Bericht 4. Sicherheitspolitische Forum

Am 30. Oktober 2025 fand im Haus am Dom in Frankfurt das 4. Sicherheitspolitische Forum statt. Hessens Innenminister Prof. Dr. Buseck eröffnete die Veranstaltung mit dem Hinweis, dass Russland und China sicherheitspolitisch präsenter werden, Verteidigungsbereitschaft eine gesamtstaatliche Aufgabe sei und die „Zeitenwende“ noch nicht in der Breite der Gesellschaft angekommen ist. Hessen setze daher auf mehr Resilienz kritischer Infrastrukturen und die Stärkung der wehrtechnischen Industrie, um hybriden Bedrohungen zu begegnen.

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General Markus Laubenthal (NATO/SHAPE), der Hauptredner des Abends, betonte die herausragende Rolle Deutschlands in Europa und mahnte eine ehrliche Verständigung darüber an, was es bedeutet, Frieden und Freiheit zu verteidigen – politisch, wirtschaftlich und im Denken. Russland habe kein erkennbares Interesse an einem Kriegsende, rüste massiv auf, setze Desinformation gezielt ein und koordiniere sich im Verbund der CRIN-Staaten (China, Russland, Iran und Nordkorea) technologisch wie militärisch. Aus dem Krieg in der Ukraine leitete er drei Lehren ab: Der massenhafte Einsatz unbemannter Systeme verändert das Gefecht; bewährte „Legacy“-Systeme (wie Kampfpanzer) bleiben im Mix mit Innovationen unverzichtbar; entscheidend bleibt der einzelne Soldat – mit Ausbildung, Ausrüstung und Haltung. 

Russland greife zugleich das Rückgrat moderner Staaten an, während kostengünstige Waffen, wie Shahed-Drohnen teure High-End-Plattformen ausstechen. Abschreckung diene der gesamten NATO, ihre Glaubwürdigkeit erwachse aus Vorbereitung: belastbare Verteidigungspläne, stehende Führungsstrukturen, Handlungsfreiheit für den NATO-Oberbefehlshaber und einsatzbereite Kräfte. Dafür brauche es Tempo, Kapazitäten – insbesondere in der Luftverteidigung –, Standardisierung, die Integration neuer Systeme, mutige Verfahren und kürzere Planungshorizonte. 

Laubenthals Fazit: Glaubwürdige Abschreckung stützt sich auf politische Entschlossenheit, militärische Stärke, industrielle Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Resilienz. Sinngemäß: „Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, mit einem schnellen Friedensdeal mit Russland sei alles vorbei.“