General Markus Laubenthal (NATO/SHAPE), der Hauptredner des Abends, betonte die herausragende Rolle Deutschlands in Europa und mahnte eine ehrliche Verständigung darüber an, was es bedeutet, Frieden und Freiheit zu verteidigen – politisch, wirtschaftlich und im Denken. Russland habe kein erkennbares Interesse an einem Kriegsende, rüste massiv auf, setze Desinformation gezielt ein und koordiniere sich im Verbund der CRIN-Staaten (China, Russland, Iran und Nordkorea) technologisch wie militärisch. Aus dem Krieg in der Ukraine leitete er drei Lehren ab: Der massenhafte Einsatz unbemannter Systeme verändert das Gefecht; bewährte „Legacy“-Systeme (wie Kampfpanzer) bleiben im Mix mit Innovationen unverzichtbar; entscheidend bleibt der einzelne Soldat – mit Ausbildung, Ausrüstung und Haltung.
Russland greife zugleich das Rückgrat moderner Staaten an, während kostengünstige Waffen, wie Shahed-Drohnen teure High-End-Plattformen ausstechen. Abschreckung diene der gesamten NATO, ihre Glaubwürdigkeit erwachse aus Vorbereitung: belastbare Verteidigungspläne, stehende Führungsstrukturen, Handlungsfreiheit für den NATO-Oberbefehlshaber und einsatzbereite Kräfte. Dafür brauche es Tempo, Kapazitäten – insbesondere in der Luftverteidigung –, Standardisierung, die Integration neuer Systeme, mutige Verfahren und kürzere Planungshorizonte.
Laubenthals Fazit: Glaubwürdige Abschreckung stützt sich auf politische Entschlossenheit, militärische Stärke, industrielle Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Resilienz. Sinngemäß: „Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, mit einem schnellen Friedensdeal mit Russland sei alles vorbei.“

