Exkursion ins Militärhistorische Museum (MHM) in Dresden

Deutsche Militärgeschichte im europäischen Kontext - Die BSH-Hochschulgruppen Berlin und Frankfurt besuchten das MHM

 

Die Feuilletons der Republik notierten es mit Lob – die Neueröffnung des Militärhistorischen Museums in Dresden fand im vergangenen Herbst ein positives Echo. Das bezog sich meist auf das architektonische Neuland, das ausgerechnet ein Bau der Bundeswehr betrat. Imposant ist denn auch der metallene Keil, der wie ein riesiger Schiffsbug aus dem ehemaligen Arsenal ragt, entworfen vom amerikanischen Star-Architekten Daniel Libeskind – ein Symbol für die Brüche gerade in der deutsche Militärgeschichte. Um zu erfahren, was aber hinter der neuen Fassade steckt, nahmen am Wochenende des 4. und 5. Februar Mitglieder und Freunde der Berliner Arbeitsgruppe für Sicherheitspolitik (BAS) und der Fachgruppe für Außen- und Sicherheitspolitische Themen (FAUST) das neue Museum genauer unter die Lupe.

 

Die zweitägige Exkursion begann mit einer Führung durch das Haus und einer Einführung in die Konzeption der Einrichtung mit der Leiterin der Museumspädagogik, Frau Avgi Stilidis. Auf mehreren Etagen warteten knapp 10.000 Ausstellungsstücke in einem Themenparcours im Neubau und einem chronologischen Rundgang im Altbau darauf, die Besucher „mit dem eigenen Aggressionspotenzial zu konfrontieren und Gewalt als historisches, kulturelles und anthropologisches Phänomen zu thematisieren“ – wie es in der Selbstbeschreibung des Museum heißt.

 

Vom Spätmittelalter über das Zeitalter der Weltkriege bis in das 21. Jahrhundert wird deutsche Militärgeschichte im europäischen Kontext aus verschiedenen Perspektiven präsentiert. Die Schlaglicht-Epochen Dreißigjähriger Krieg, Zweiter Weltkrieg und Teilung sowie Wiedervereinigung Deutschlands markierten den Weg durch die ersten beiden Stockwerke im Altbau des Hauses. In den Etagen des Libeskind-Keils befinden sich die Themenparcours. Die zwölf Bereiche dieses Rundgangs bieten thematisch arrangierte Ausstellungsstücke beispielsweise zu „Krieg und Gedächtnis“, Krieg und Spiel“ und „Tiere beim Militär“.

 

Am Vormittag des zweiten Exkursionstages hatten wir die Gelegenheit, uns den restlichen Exponaten der äußerst umfangreichen Ausstellung zu widmen. Nach Rundgängen in Kleingruppen trafen wir uns schließlich mit dem Museumspädagogen Dr. Heiko Berger zum Gespräch über Ausstellungskonzeption und -inhalt, dem Bezug zwischen Museum und Bundeswehr sowie einer Auswertung unseres Besuches. Die Umsetzung der Konzeption und die zum Zeitpunkt des Besuches aufgetretenen technischen Probleme in der Ausstellung gaben unsererseits Anlass zu konstruktiver Kritik – Kritik, die Dr. Heiko Berger gern entgegennahm.

 

Deutlich wurde im Laufe der Unterhaltung, wie viele Beteiligte bei der Konzeption des neuen Militärhistorischen Museums Einfluss genommen haben: von einem wissenschaftlichen Kuratorium über das Militärgeschichtliche Forschungsamt, Architekten und Ausstellungdesigner bis hin zu den Museumspädagogen. Mit Kompromissergebnissen, die anscheinend nicht immer Ideallösungen sind, um auch den Hauptzielgruppen des Museums – Soldaten und Schülern – gleichermaßen gerecht zu werden.

 

Dennoch: Ein Besuch des Museums lohnt allemal – um sich mit deutscher Militärgeschichte im Überblick und, über die Themenparcours, in ungewohnter Weise vertraut zu machen. Nicht zuletzt möchten wir uns noch einmal herzlich bei den Mitarbeitern des MHM und dem Förderverein Sicherheitspolitik an Hochschulen (FSH) bedanken.